Burnout Syndrom bei Lehrern
Laut einer aktuellen Untersuchung leidet jeder dritte Lehrer in Deutschland unter einem Burnout-Syndrom. Wie eine Befragung in Österreich gezeigt hat, ist das Burnout-Syndrom nicht nur an deutschen Schulen verbreitet, sondern ebenfalls in unserem südlichen Nachbarland. Psychologen und Erziehungswissenschaftler forschen derzeit nach den Gründen für eine derartige Verbreitung des Burnout-Syndroms unter Pädagogen.
Unter Burnout-Syndrom versteht man einen Zustand, bei dem sich die Betroffenen emotional und körperlich erschöpft fühlen und zudem in ihrer Leistungsbereitschaft erheblich eingeschränkt sind. Weitere typische Merkmale für das Burnout-Syndrom sind eine allgemeine Antriebsschwäche sowie ein Mangel der Fähigkeit, sich von der Arbeit erholen zu können. Zudem neigen die Betroffenen dazu, eine abweisende und zynische Haltung gegenüber ihren Kollegen und gegenüber ihrer Arbeit zu entwickeln. Am Anfang eines Burnout-Syndroms sind die Betroffenen in auffallend hohem Maße für bestimmte Ziele und Projekte engagiert. Sie arbeiten oft pausenlos und gönnen sich keine Pausen oder Erholungsphasen. Sie vernachlässigen dabei in zunehmendem Maße ihr privates Leben und ihr soziales Umfeld. Die Arbeit nimmt einen immer größeren Teil ihres Lebens ein und die eigenen Bedürfnisse werden zunehmend vernachlässigt. Im Verlauf der Krankheit schlägt diese vollständige Hinwendung zur Arbeit in das Gegenteil um. Jetzt sind die Betroffenen zunehmend depressiv und entwickeln eine negative Einstellung gegenüber ihrer Arbeit und ihrer Umwelt.
Die Ursachen für diese weitreichende Verbreitung des Burnout-Syndroms im pädagogischen Bereich sehen viele Experten im Schulsystem selbst. So bürden das Schulsystem und die Bildungspolitik nach Meinung der Experten den Lehrern immer mehr Aufgaben auf, was viele Lehrer überlastet und überfordert. Lehrer fungieren in unserer Gesellschaft als Vermittler zwischen den Interessen der Kinder und den Anforderungen der Gesellschaft. Nach Möglichkeit soll dabei jedes Kind so individuell wie möglich gefördert werden. Zudem übt die Politik verstärkten Druck auf die Lehrer aus. Seit einigen Jahren messen Studien wie PISA die Bildungsstandards als deutschen Schulen. Im bundesweiten und internationalen Vergleich führen eher schlechte Lernergebnisse zu dem Verdacht der Ineffizienz der Schulen in der Bundesrepublik. Doch eine Schule ist kein industrieller Betrieb, ein Erfolg stellt sich nicht automatisch ein.
Nach der Ansicht vieler Menschen sollen Lehrer zugleich Pädagogen sein, die Wissen übermitteln und ihren Schülern Motivation zum Lernen übermitteln. Zugleich sollen sie Psychologen und Sozialarbeiter in einer Person sein und den Eltern der Kinder womöglich noch die Erziehungsarbeit abnehmen. In ihrer Freizeit sollen sie zudem über jede angebotene Fortbildung Pädagogik erlernen. Nach Ansicht mancher Wissenschaftler hängt die Überforderung mancher Lehrer damit zusammen, dass ihre Ausbildung in der Vergangenheit sie in der heutigen Zeit nicht dazu befähigt, den Anforderungen gerecht zu werden. Viele Universitäten legen bei der Lehrerausbildung ihren Schwerpunkt auf die theoretische Vermittlung von Fachwissen und setzen zu wenig auf praktische Erfahrung. Jedoch sollten Lehrer bereits während ihres Studiums verstärkt darin geschult werden, praktische Probleme im Schulalltag besser lösen zu können.